… und wer rennt kann sich verlaufen.
Es geht wieder aufwärts, was eigentlich heißt, dass es bleibt wie es ist, aber zumindest fühlt es sich jetzt besser an. Und manchmal rennt man halt panisch wie so ein Lemming durch die Gegend und ist drauf und dran, sich lauthals geronimo!-schreiend ins Meer zu stürzen. Ja, ich hätte gerne mehr Geld. Ja, ich hätte gerne mehr Stabilität. Ja, ich könnte mich arbeitslos melden und hätte ohne zu arbeiten genauso viel, wie mit viel nervenaufreibender Ackerei. Und vielleicht sogar eine lichte Wohnung. Aber dann lese ich so etwas, wie den Aufmacher in der aktuellen Spiegel-Ausgabe. Da wird „meine“ Generation analysiert, die im Grunde aus lauter pragmatischen Wohlstandskindern mit am zipfelhängendem Sicherheitsklammerautomatismus bestehen soll. Und am Alexanderplatz fahre ich anschließend an einem riesigen Werbeplakat vorbei, in der mich ein Handy-Hersteller dazu auffordert: „Richte Dir Dein Leben ein“. Später erzählt mir ein Journalist mit stolz geschwellter Brust, er würde jetzt bei einer Online-Redaktion anfangen. Und nach einigen Fragen stellt sich heraus, dass er ein Sitzjob haben wird, bei dem er einfach gekaufte Texte reinstellen wird. Eine ungemein intellektuelle Herausforderung unter dem Motto „we change the game“. Ui.
Und dann bin ich doch recht froh, dass mein Arbeitsentwurf nicht in die vorkonfektionierte Benutzeroberfläche eines Handys passt.
